Rennentage

Der Galopprennsport

Gehört zu den ältesten, organisierten Sportarten der Menschheit. Die ersten überlieferten Rennen fanden 1622 in New Market statt. Mehrere Pferde laufen so schnell wie möglich eine bestimmte Strecke, um die Wette. Sie dienten primär der Zuchtauslese.  Teilnahmeberechtigt sind lediglich Pferde der Rasse der „Englischen Vollblüter“ („English Thoroughbred“).

Das Vollblut

Es ist schnell, sehr leistungsstark und dabei äußerst elegant. Oftmals werden sie als „Krönung der Pferdezucht“ bezeichnet. Die Zucht der Rasse begann im 18. Jahrhundert und weist einen Stammbaum rückreichend auf 30 Generationen auf. In weltweit geführten Stutbüchern muss jedes Vollblut auf diese Generationen rückgeführt werden können. Ist dies nicht möglich, werden die Pferde als „Non-Thoroughbred“ bezeichnet und dürfen nur unter bestimmten Bedingungen und unter Vermerk im Rennprogramm an Rennen teilnehmen. Englische Vollblüter sind früh entwickelt und nehmen bereits im Alter von 2 Jahren an den ersten Rennen teil. Das wichtigste Leistungsjahr eines Engl. Vollblüters ist mit 3 Jahren. Je nach Größe, Körperbau und Talent werden sie auf unterschiedlichen Distanzen eingesetzt. Sie können in der Spitze zwischen 60 und 70 km/h galoppieren.

Unterteilung der Rennen

Flachrennen: hier führt das Rennen über eine bestimmte Distanz (Steherrennen zwischen 2400m und 3400m, Meiler 1600m bis 1800m und Flieger-/Sprinterrennen 1000m und 1200m) über hindernisfreies Gelände, meist auf Gras, auch Turf genannt.

Hürdenrennen: hier führt das Rennen über eine bestimmte Distanz. Auf der Rennstrecke sind bewegliche, kleinere Reisighürden aufgebaut, die die Pferde während des Rennens im Galopp überspringen müssen. Sie führen in der Regel über 2400m bis 4000m.

Das Saint Leger

Das St. Leger führt über 2800m und zählt zu den „Klassischen Rennen“ (d.h. international nach gleichen Standards ausgeschriebene Rennen). Es ist eines der längsten und ältesten Rennen und wurde erstmals 1776 gelaufen und nach dem Engländer Anthony St. Leger benannt.

In der Wiener Freudenau ist die Besonderheit, dass das Rennen über die gesamte Länge der Rennbahn (=2800m) führt und daher der Start gleichzeitig das Ziel ist! Nur bei diesem Rennen hat das Publikum die Chance den Start des Rennens mitzuerleben und die Pferde beim Einrücken in die Startmaschine zu beobachten!

Berühmtestes Rennpferd

„Kincsem“ 1874 – 1887

Bedeutet auf Ungarisch „mein Schatz“ und war nicht nur das berühmteste, sondern auch erfolgreichste Rennpferd der österreichisch-ungarischen Monarchie und gilt bis heute als das „erfolgreichste Rennpferd aller Zeiten“. Sie gewann alle 54 Rennen, in denen sie an den Start ging, darunter die schwersten Rennen und gegen die besten Gegner. Zahlreiche Geschichten und Anekdoten ranken sich um die braune „Wunderstute“. Unter anderem soll sie nur mit ihrer Lieblingskatze verreist sein und wollte partout ohne diese nicht in ihren Zugwaggon steigen. Außerdem musste stets Wasser ihrer Heimat in großen Fässer mitgeführt werden, denn sie weigerte sich auch nur einen Schluck fremden Wassers zu trinken.